Die Geschichte der Freundschaft zwischen der Feuerwehr Possendorf und der Abteilung Mengen reicht mittlerweile fast 30 Jahre zurück.
Der erste Kontakt entstand im Jahr 1997, als in Dresden der 16. Deutsche Jugendfeuerwehrtag mit Bundesentscheid stattfand. Da der Wettkampf am Sonntag endete und wir aufgrund unserer langen Anreise erst am Montag die Heimreise antreten wollten, suchten wir im Umfeld von Dresden nach einer Feuerwehr, die uns für eine Nacht aufnehmen konnte.
Auf unseren Hilferuf reagierte die Feuerwehr Possendorf und nahm uns herzlich auf. Bereits damals erlebten wir eine unglaubliche Gastfreundschaft und verbrachten eine schöne gemeinsame Zeit.
Bereits 1998 folgte der Gegenbesuch: Die Kameraden aus Possendorf kamen für ein Wochenende nach Mengen. Gemeinsam unternahmen wir einiges und es entstanden die ersten persönlichen Freundschaften.
Im Jahr 2001 feierte die Feuerwehr Possendorf ihr 125-jähriges Jubiläum. Unser damaliger Abteilungskommandant Otto Müller besuchte die Feier gemeinsam mit seiner Familie.
Auch während des Elbehochwassers 2002 versuchten wir, über unsere Kontakte nach Possendorf Unterstützung zu leisten. Leider kam es damals nicht zu einem gemeinsamen Einsatz. In den folgenden Jahren brach der Kontakt zwischen den beiden Feuerwehren leider ab.
Umso größer war die Überraschung, als wir Ende 2024 völlig unerwartet eine Einladung zum 150-jährigen Jubiläum der Feuerwehr Possendorf erhielten. Für uns war sofort klar: Da fahren wir hin!
Nach einigen Abstimmungen mit der dortigen Wehrführung machten sich unser derzeitiger Abteilungskommandant Jonathan Kröncke, unser ehemaliger Abteilungskommandant Otto Müller und drei weitere Kameraden aus Mengen auf den Weg nach Possendorf.
Und auch dieses Mal wurden wir mit einer unglaublichen Gastfreundschaft empfangen.
Donnerstag – Ankunft und erste Eindrücke
Am Donnerstag, den 20. August, erreichten wir gegen 15:30 Uhr Possendorf. Dort wurden wir vom Bürgermeister Heiko Wersig, der Wehrführung mit Erik Scholz und Sindy Wätzig, der Gastfeuerwehr Bräunlingen sowie der Gasfeuerwehr Jelgava in Lettland und einige Kameraden von Possendorf herzlich empfangen und direkt zu Kaffee und Kuchen eingeladen.
Anschließend stand ein umfangreiches Besichtigungsprogramm auf dem Plan. Wir besichtigten das neu umgebaute Gerätehaus der Feuerwehr Possendorf, die Kirche mit ihrem Kirchturm sowie das alte Spritzenhaus. Danach ging es nach Freital zum Bergmannsgrab und zum König-Albert-Denkmal.
Peter Behrendt aus Possendorf erzählte uns zu allen Stationen die geschichtlichen Hintergründe und gab uns damit einen interessanten Einblick in die Geschichte der Region.
Am Abend ließen wir den Tag bei einem gemütlichen gemeinsamen Grillabend ausklingen.
Freitag – Ausflug nach Tschechien und Fahnenweihe
Am nächsten Morgen fuhr Sindy Wätzig, die stellvertretende Wehrleiterin der Feuerwehr Possendorf, mit uns nach Dubí in Tschechien. Dort besichtigten wir die örtliche Feuerwache, die speziell für die Waldbrandbekämpfung konzipiert wurde.
Anschließend wurden wir zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen. Auf dem Rückweg machten wir noch einen Zwischenstopp an der Bobbahn in Altenberg.
Zurück in Possendorf blieb anschließend nicht viel Zeit zum Verschnaufen. Wir mussten uns bereits für das Totengedenken auf dem Friedhof und den anschließenden Festakt fertig machen.
In der Kirche fand vor dem feierlichen Akt der musikalische Empfang der Gastfeuerwehren statt. Für die Gastfeuerwehren aus Baden-Württemberg, Bräunlingen und Mengen wurde das Badnerlied gespielt.
Anschließend fand die Fahnenweihe statt. Besonders gefreut hat mich persönlich, dass ich die Fahnenweihe als Weihkommandant durchführen durfte. Dafür nochmals ein herzliches Dankeschön an die Feuerwehr Possendorf für das entgegengebrachte Vertrauen.
Nach der Zeremonie folgte der gemeinsame Fahnenumzug zum Gerätehaus. Dort begann das Festbankett, an das sich ein gemütlicher gemeinsamer Abend anschloss.
Nach unserem Grußwort überreichten wir als Geschenk einen Fahnenwimpel sowie ein Weinpräsent aus unserer Heimat. Nach dem Festbankett durften sich noch die Vertreter der Gastfeuerwehren im Goldenen Buch der Gemeinde Bannewitz-Possendorf eintragen.
Samstag – Gedenken, Festtag und gemeinsames Pflanzen
Am Samstag stand um 10:30 Uhr die Enthüllung eines Gedenksteins für die im Krieg gefallenen Kameraden der Feuerwehr auf dem Programm.
Anschließend sollte eigentlich noch gemeinsam ein Baum gepflanzt werden. Aufgrund des starken Regens musste dies zunächst jedoch abgesagt werden.
Danach begann der große Festtag für die ganze Familie. Den Besuchern wurde ein abwechslungsreiches Programm mit zahlreichen Vorführungen, Spielen sowie Speisen und Getränken geboten.
Am Abend wurde schließlich noch zum Tanz eingeladen. Gemeinsam verbrachten wir einen langen und sehr geselligen Abend, bei dem viele Gespräche geführt, Erinnerungen ausgetauscht und neue Pläne geschmiedet wurden.
Ein weiteres Highlight war die spontane Idee, den Baum nun zu späterer Stunde doch noch gemeinsam zu pflanzen. Das Loch war bereits vorbereitet und mit vielen helfenden Händen setzten wir den Baum gemeinsam ein. Natürlich durfte auch ein schönes Gruppenbild dabei nicht fehlen.
Sonntag – Abschied und ein letzter Abstecher nach Dresden
Am Sonntagmorgen hieß es dann leider schon wieder Abschied nehmen. Nach dem Auschecken aus unserem Hotel verabschiedeten wir uns von unseren Possendorfer Freunden.
Gemeinsam mit Sindy fuhren wir anschließend noch nach Dresden, wo sie uns einen kleinen Teil der Stadt zeigte. Wir besichtigten unter anderem die Frauenkirche, den Zwinger und die Brühlsche Terrassen.
Gegen 13 Uhr traten wir schließlich die Heimreise nach Mengen an.
Eine Freundschaft, die bleiben soll
Dieses Wochenende war einfach perfekt.
Nach fast 30 Jahren seit dem ersten Kontakt wurde uns allen einmal mehr bewusst, wie besonders die Verbindung zwischen unseren beiden Feuerwehren ist. Trotz der langen Unterbrechung fühlte es sich an, als wäre die Freundschaft nie wirklich weg gewesen.
Für beide Seiten war deshalb schnell klar: Die Freundschaft zwischen der Abteilung Possendorf und der Abteilung Mengen soll bleiben und künftig dauerhaft gepflegt und weiter gestärkt werden.
Hierfür werden sich Sindy und Jonathan regelmäßig austauschen, damit aus dem wiederaufgelebten Kontakt eine langfristige und lebendige Freundschaft zwischen unseren beiden Feuerwehren entsteht.
Wir bedanken uns bei der gesamten Feuerwehr Possendorf für dieses unvergessliche Wochenende, die herzliche Gastfreundschaft und die vielen gemeinsamen Erlebnisse.
Wir freuen uns bereits auf das nächste Wiedersehen!
