Kapitel 03 – Do it yourself? Extern vs. Software

Gestaltung intern oder extern?

Zum Thema Gestaltung und Druckaufbereitung stellt sich natürlich zuallerst die Frage: Gibt es bei Euch jemanden, der genug Know-How hat und dabei auch noch die Zeit für die Umsetzung erbringen möchte?

Falls nicht, solltet Ihr diesen Job extern vergeben. Eine Internetsuche hilft auch hier schnell weiter. Es gibt zahlreiche Dienstleister und Freelancer da draußen, die Ihren Job sehr gut machen. Auch könnt Ihr in der Druckerei nachfragen, ob diese Jemanden empfehlen kann, sofern Ihr bereits eine ausgewählt habt.

Zwischenlösung

Nicht unterschlagen möchten wir zunächst die großen Online-Buchdruckereien wie z.B. blurb, epubli, oder viele Andere. Dort könnt ihr online eine Festschrift gestalten. Das Vorgehen ist vergleichbar mit den einschlägigen Fotobuchgeneratoren, aber auf mehrseitige Texte optimiert. Die Möglichkeiten sind zwar etwas eingeschränkt und die Preise nicht unbedingt günstig, aber es wäre auf jeden Fall eine brauchbare Zwischenlösung.

Selber machen (Software)

Wenn Ihr aber ehrgeizig genug seid alles selbst zu machen und bereits Erfahrung im Bereich DTP habt, so möchten wir Euch auch hierzu ein paar Tipps geben.

Wir haben das gesamte Buch in Eigenleistung erstellt. Als Layoutprogramm stand damals bei unserem internen Layouter Adobe InDesign CS6 zur Verfügung. Leider läuft diese Version inzwischen auf fast keinem aktuellen Betriebssystem mehr und alle Nachfolgeversionen können nur noch im vergleichsweise teuren Abo gemietet werden.

Aktuelle Alternativen sind rar. Zu ihnen zählt aber z.B. Microsoft Publisher oder das sehr professionelle QuarkXpress. Speziell von Zweitem gibt es immer wieder ältere (aber noch lauffähige Versionen) günstig als Heftbeilagen im Zeitschriftenhandel.

Seit Juni 2019 ist nun aber auch ganz neu der „Affinity Publisher“ auf dem Markt. Für wenig Geld bekommt man hier ein professionelles DTP-Programm mit extrem großem Funktionsumfang. Die schnelle Verbreitung in den letzten Jahren sorge zudem für eine breite Basis an Foren und Tutorials im Internet.

Wer es noch günstiger mag, dem sei „Scribus“ empfohlen. Ein kostenloses Open-Source Programm mit recht professionellem Umfang.

Unterschätzt aber bitte die Bedienung nicht! Mit einer Textverarbeitung wie Microsoft Word haben diese Programme sehr sehr wenig zu tun und es gibt viele Dinge zu beachten, die man aus dem rein digitalen Umfeld so eher nicht kennt. Sich diverse YouTube-Tutorials zu dem Thema anzuschauen schadet also eher nicht 😉

Wenn Ihr glaubt, Ihr benötigt etwas mehr Unterstützung durch die Druckerei, dann sprecht (und bestellt) bei einer lokalen Druckerei. Wenn Ihr aber Eurer Sache einigermaßen sicher seid, könnt Ihr auch gut auf diverse Online-Druckereien ausweichen. Diese haben fast alle ausführliche Tutorials, Vorlagen und Definitionen online, die eine saubere Datenaufbereitung ermöglichen sollten.

Ungemein wichtig ist aber immer die Bestellung eines „Probedrucks“. Nicht erschrecken, der ist meist nicht allzu günstig und ihr erhaltet die rohen Druckbögen zur Kontrolle (unsortierte Seiten auf sehr großen Druckbögen, ungebunden und nicht geschnitten). Egal wie viele „Probedrucke“ man vorher auf seinem Heimdrucker gemacht hat – der Eindruck ist beim Profidruck auf jeden Fall ein anderer. Speziell das Farbmanagement darf nicht unterschätzt werden. Irgendetwas fällt dabei immer noch auf und kann nach dem Probedruck dann nochmals gezielt korrigiert werden.

Schriftverwendung

Hier sei auch noch ein kleiner Hinweis zur Verwendung von Schriften erlaubt. „Typografie“ ist fast schon eine Wissenschaft für sich. Was man dazu aber auch immer beachten sollte: Wie Bilder auch, kann bzw. darf man nicht einfach alles verwenden was man so im Internet findet.

Auch Schriftarten müssen lizenziert werden. Wenn Ihr Schriften mit kostenlosen oder gekauften Programmen zusammen installiert bekommt, sind diese (in der Regel) auch von Euch für die Festschrift verwendbar. Aber wenn Ihr andere als die einschlägigen Arial, Verdana, TimesNewRoman etc… verwenden wollt, achtet auf die Quellen und Lizenzmodelle. Gute Schriftarten können schnell ins Geld gehen.

Mit guten Schriftarten meinen wir vor allem:

  • Sind alle deutschen Sonderzeichen vorhanden und optisch gut integriert?
  • Sind Ausprägungen in fett/kursiv vorhanden und integrieren sich gut mit normalen Zeichen
  • Stimmen alle Zeichenabstände harmonisch – Also gibt es keine Ausreisser bei Abständen zwischen bestimmten Buchstaben? Dies kann das Lesevergnügen sehr schnell trüben

Natürlich sollten die Grundregeln der Typografie immer beachtet werden. Zeilenabstände, Zeilenrand, Spaltenbreite – das Thema ist komplex. Bevor ihr aber eine Wissenschaft daraus macht – druckt(!) Euch zu Anfang regelmässig Seiten in Originalgröße aus und achtet schlicht auf den Eindruck des Gesamtbilds. Am Bildschirm kann man das nicht sehen. Ihr werdet schon alleine erstaunt sein, wie sehr der Eindruck der Schriftgröße von der Ansicht am Bildschirm abweicht.

Wir haben uns für die Schrift „Source Sans Pro“ von Adobe entschieden. Diese gibt es in zig Schriftschnitten und mit einwandfrei integrierten Sonderzeichen. Zudem ist die Schrift qualitativ sehr hochwertig mit stimmigem Design. Und das Beste: sie ist „Open Source“ unter der Open Font License. Die freie Nutzung ist in diesem Fall relativ eindeutig zu bestimmen, zumindest zum Zeitpunkt dieser Texterstellung.

Überarbeitet: 30.06.2023, Autor: Andreas Berger